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Atelierausstellung 2015

Von Monika Braun

Baiersbronn-Tonbach. Neue Werke präsentierte die Künstlerin Silvia Braun in ihrem Atelier in der unteren Sonnenhalde 24 und gab damit einen Einblick in ihr aktuelles Schaffen. Zwei Tage öffnete sie wieder die Türen des Ateliers für die jährliche Ausstellung ihrer Werke.

Wer schon mehrfach Gast in den Atelierräumen der Künstlerin war, merkt gleich, dass Silvia Brauns Kunst sich entwickelt und immer neue Themen in ihren Werken auftauchen. Kleine farbenfrohe Serien, gemalt auf Baumaterial für den Kulissenbau, ziehen gleich die Blicke der kunstinteressierten Besucher auf sich. Bilder, die sowohl als Einzelstücke als auch in der Serie wirken und faszinieren. Moderne und abstrakte Werke sind zu sehen. Und während Silvia Braun lebhaft erklärt, fällt es dem Betrachter nicht schwer, sich in ihre Werke und in ihre Gedanken hineinzuversetzen.

Silvia Braun ist die Freude am künstlerischen Schaffen anzumerken – auch im Gespräch, in dem sie die Entstehungsgeschichte eines Bilds erklärt. "Dieses Jahr habe ich mich sehr viel mit Heimat beschäftigt und in meinen Bildern die unterschiedlichsten Aspekte aufgegriffen", so die Künstlerin. Die Exponate zeigen Kindheitserinnerungen – zum Beispiel an die beliebte Fernsehsendung "Am laufenden Band" mit Rudi Carrell. Aber auch die Frage "Was und wo ist eigentlich Heimat?" hat die Künstlerin aufgegriffen. So hat sie auch ihrer Heimatstadt Karlsruhe Werke gewidmet. Herausgekommen sind fast meditative Werke, die den Betrachter faszinieren und fesseln.

"Meine momentane Lieblingstechnik ist das Malen mit Wachs, dabei kann ich die unterschiedlichsten Wirkungen erzielen, und der Werkstoff ist hoch interessant", sagt Silvia Braun. Collagen und gemalte Bücher, Erinnerungskästen, ausgegossen mit Wachs und gefüllt mit Rosen, auch mal bestückt mit einem interessanten Relief – Silvia Braun präsentiert wieder einmal, wie kreativ und experimentierfreudig sie ist. Stoffbahnen – farbenfroh und klar gestaltet – zieren die Wände ihrer Atelierräume und zeigen die Vielseitigkeit der erfahrenen Künstlerin. Schmuckstücke und Schmuckspangen, ebenfalls von Silvia Braun geschaffen, komplettieren die Ausstellung, die auch diesmal wieder viele kunstinteressierte Besucher anlockte.

Ausstellung Migrare

Einführung Vernissage „Migrare“, Do. 5. März, 18.00 Uhr, Kreishaus

Marc Vogt, Fachbereichsleiter Sprachen und Integration, Kreisvolkshochschule

Sehr geehrte Ausstellungsgäste, sehr geehrte Damen und Herren,

seine Heimat zu verlassen und in ein neues Land zu ziehen, das ist eine Erfahrung, die die ganze Menschheitsgeschichte begleitet – und damit auch unsere Region. Armutsmigranten aus dem Schwarzwald und von der Schwäbischen Alb haben ganze Dörfer gegründet in Nordamerika. Im deutschen Südwesten kam es dadurch zu regelrechten Wüstungen, zur Auflassung ganzer Ortschaften. Millionen von Menschen wurden außerdem durch Repression und Kriege gezwungen, von deutschem Boden zu flüchten. Aktuell zeigt die Migration überwiegend in die umgekehrte Richtung, die Menschen suchen Obdach und manchmal auch eine dauerhafte neue Heimat bei uns. Wie ist das nun heute für die, die sich auf den Weg gemacht haben? Was nehmen sie mit, was lassen sie zurück, welches Schicksal haben sie im Gepäck? Wie würde es uns selbst ergehen?

Silvia Braun, Gloria Keller, Ingrid Ott und Anne-Bärbel Ottenschläger geben darauf eine künstlerische Antwort. Sie haben als Basis ihrer Gestaltung den Koffer gewählt, als Symbol für das physische und seelische Gepäck, welches Reisen mit und ohne Wiederkehr begleitet.

Silvia Braun zeigt mit ihren Arbeiten, wie wichtig die Sprache, die Verständigung ist. Heimat ist da, wo meine Sprache gesprochen wird. Erst wenn ich verstehe und sprechen kann in der neuen Region, kann ich teilhaben, kann ich neue Wurzeln schlagen, kann ich eine zweite Heimat werden lassen, und damit wieder Mensch sein. Die Figuren im Koffer lassen es erahnen: Sprachen lernen erfordert Kraft und Geduld. Selbst wer die Worte schon kann: sehen Sie sich das Faltbuch an und überlegen Sie, was Sie selbst schreiben würden. Was ist Heimat? Die Antwort darauf fällt schon in der Muttersprache schwer!

Gloria Keller schaut in den Spiegel der Gefühle. Was macht die Migration mit der Seele? Kann ich den Menschen in der neuen Umgebung vertrauen? Überwiegt die Angst – oder die Zuversicht? Warum kann ich die schönen Erinnerungen an die Heimat nicht mitnehmen und die schweren Lasten einfach zurück lassen? Ob man will oder nicht – im Reisegepäck ist beides enthalten.

Frappierend realistisch ist Gloria Kellers Blick auf die deutsche Kultur im Umgang mit Neuankömmlingen: Das Wort „Willkommenskultur“ im Kofferdeckel wirkt fast bedrohlich, und der Koffer selbst enthält nichts als ein paar alte, abgetragene Schuhe. Notdürftig wurde ein roter Teppich drapiert. Ein recht unwirtlicher Platz, den die Menschen schnell wieder verlassen. Bei einer Podiumsdiskussion der Heinrich-Böll-Stiftung sagte ein Migrationsforscher vor kurzem zum Thema „Fachkräftemangel und „Willkommenskultur“: Jahrzehntelang waren wir die „Türsteher“ – und nun sollen wir die „Empfangsdame“ sein. An diesem Objekt sieht man: es gibt noch eine Menge zu tun, damit sich die Menschen hier willkommen fühlen.

Ingrid Ott hat sich ein Stück weit zur Chronistin der Migranten gemacht. Sie hat viele Gespräche geführt, und die darin geäußerten Hoffnungen und Erwartungen künstlerisch interpretiert. Entstanden sind dadurch diese großen Schriftzüge. Es sind Begriffe, die eine universelle Gültigkeit haben, die wohl jeder Mensch auf der Erde gutheißen kann, zumindest wenn er nicht in Ärger, Wut oder Hass gefangen ist.

Im Gegensatz dazu steht die über drei Meter lange Schriftenrolle, am Treppenabgang. Suchen Sie dort einmal nach den Begriffen der großen Schriftzüge, Sie werden nur wenige finden…

Die Fotografien von Anne-Bärbel Ottenschläger zeigen deutlich: Ein auf wenige Elemente reduziertes, arrangiertes Bild kann eine ganze Geschichte erzählen. Was wäre eine Migration ohne helfende Hände? Ganz anders hingegen ihre Assemblage mit Betonwand und Stacheldraht, welche beide den ersehnten blauen Himmel verwehren. Was bei uns vor nicht allzu langer Zeit die innerdeutsche Mauer war, steht heute zum Beispiel an der Grenze der spanischen Exklave Melilla in Nordafrika, zur Abwehr der unerwünschten afrikanischen Immigration nach Europa.

Die hier ausgestellten Arbeiten der Künstlerinnen-Gruppe „vierhochvier“ öffnen uns eine kleine Tür zu dem großen Kosmos der Migration. Sprechen Sie selbst mit Migranten, teilen Sie Ängste, Sorgen und Hoffnungen. Fragen Sie die vielen Teilnehmer unserer Deutschkurse  - jeder hat seinen eigenen Koffer mitgebracht, und zum Glück ist darin nicht nur Schmerz und Leid, sondern auch Neugier, Freude und Humor.

Wissen Sie, was mir ein Teilnehmer letzte Woche erzählt hat? Er sei mit einem Handzähler auf den Marktplatz gegangen, um lachende Leute zu zählen. Nach einigen Stunden hat er abgebrochen, weil es so wenige waren… Hoffen wir, dass er einen nasskalten Wintertag erwischt hatte, und dass er im Sommer auf höhere Zahlen kommt! Ansonsten müssten wir an der Volkshochschule einen neuen Kurs anbieten, geleitet von Migranten, die die Kompetenz dazu aus ihrer alten Heimat mitgebracht haben: „Lachen für Anfänger“!

Presseartikel zur Vernissage

Atelierausstellung 2014

Große Bandbreite auch in Techniken Künstlerin Silvia Braun präsentiert neue Werke bei Ausstellung / Begeisterung für ihre Arbeit steckt an

Von Monika Braun Baiersbronn-Tonbach, Schwarzwälder Bote, 5.6.2014.

 

Es war ein Kommen und Gehen in den Atelierräumen der Baiersbronner Künstlerin Silvia Braun, die ihre Türen für die jährliche Ausstellung in der unteren Sonnenhalde 24 geöffnet hatte. Schon beim Betreten des hellen Ateliers wird deutlich, dass Silvia Brauns künstlerisches Schaffen nicht in eine Schublade zu stecken ist: Bilder in verschiedenen Techniken, in gedeckten sowie grellen Farbkompositionen, Radierungen, Collagen und gemalte Bücher – die Künstlerin zeigt sich in ihren Werken variantenreich und wandelbar.

»Wenn mir eine Technik gefällt, muss ich sie bis zum Umfallen ausprobieren«, erzählt die Künstlerin, deren neuestes Steckenpferd die Wachstechnik ist. »Wachs ist aktuell das Material, mit dem ich sehr gerne arbeite.« Dabei dreht es sich um hochwertiges, gebleichtes Bienenwachs – ein nicht ganz alltägliches Farbmaterial für Bilder. Auch das zeigt, dass Silvia Braun ihren Weg geht. Dabei reizt es den Betrachter unweigerlich, die glatte Oberfläche der Objekte zu berühren und die interessante Struktur zu spüren.

Silvia Brauns Experimentierfreudigkeit spiegelt sich auch in ihrer Ausstellung wieder. Die Vielfältigkeit ihrer Werke ist beeindruckend und spricht an. Nur eine lange Fensterbank – gefüllt mit Pinseln in allen Größen – lässt erahnen, wie in dem so ordentlich wirkenden Atelier »EigenArt« viele ihrer Bilder und Collagen entstanden sind. »Eigentlich sieht es hier ganz anders aus, ich musste kräftig aufräumen«, lacht die gebürtige Karlsruherin. Dass sie in ihrer Arbeit ganz aufgeht, wird in ihren Werken deutlich.

Sie geben dem Betrachter das Gefühl, dass sich die Künstlerin mit einem Thema voll und ganz beschäftigen kann. So gibt es auch Bildserien, die sich klar von anderen Werken abgrenzen und damit immer wieder das Interesse des Betrachters wecken.

Der Künstlerin ist ihre Freude am Schaffen anzumerken, auch im Gespräch. So erklärt sie zum Beispiel die Entstehungsgeschichte eines Bildes oder zeigt ihr Maltagebuch, eine Sammlung aus Skizzen und Modellen.

Sie verarbeitet Erinnerungen und Eindrücke, ist kreativ und impulsiv zugleich. Farbakzente in ihren Bildern, Schriftzüge und mit Gesteinsmehl gemalte Werke bilden einen bunten Reigen aus sehenswerten Exponaten. Extravagante Schmuckspangen und Ringe, ebenfalls kleine Kunstwerke geschaffen von Silvia Braun für den täglichen Gebrauch oder für den besonderen Anlass, komplettieren ihre Ausstellung.

Silvia Braun, die schon viele Ausstellungen gestaltet hat, fasziniert nicht nur durch ihre Bandbreite, auch ihre Begeisterung für ihre Arbeit zieht die Besucher fast magisch in ihren Bann.

 

Atelierausstellung 2014

Ausstellung CAS Karlsruhe

25/06/13
Zwischen Absicht und Zufall
Unter dem Titel "Zwischen Absicht und Zufall" lädt die CAS Software AG am Freitag, den 5. Juli, um 19 Uhr ein zur Vernissage der Ausstellung von Silvia Braun in den CAS Campus im Technologiepark Karlsruhe. Aus der Lust am Leben nährt sich die Lust an der Kunst – und umgekehrt.

Das ist der philosophischer Ansatz, aus dem die gebürtige Karlsruher Künstlerin, Silvia Braun, ihre Kreativität schöpft. Jeder Moment kann Erkenntnis, Geheimnis oder Überraschung bergen, die es zu entdecken gilt. Die Dynamik der Kunstwerke entspringt aus der Experimentierfreudigkeit der Künstlerin selbst: Souverän kombiniert Silvia Braun Malerei, Druckgrafik, Collage und gewachste Papiere und zieht Besucher magisch in ihren künstlerischen Bann.

Dynamik der Kunst
Silvia Braun lässt ihrer Kreativität stets freien Lauf und kreiert auf diese Weise eine ganz besonders individuelle und zugleich ansprechende und emotionale Kunst. Ihre große Lust an der künstlerischen Vielfalt spiegelt sich in ihrer Ausstellung wider. Abwechslungsvoll kostet sie die vielfältigen Möglichkeiten der künstlerischen Entfaltung aus und vereint unterschiedliche Techniken zu einem künstlerischen Ganzen, um ihre jeweiligen besonderen Anliegen originell umzusetzen. Silvia Braun vermag es zu begeistern und nimmt den Betrachter mit auf eine Reise in die feinsinnige Welt zwischen Absicht und Zufall.

Mit der Vernissage und der darauf folgenden Ausstellung setzt die CAS Software AG das Engagement insbesondere für regionale Künstler aus Karlsruhe und Umgebung fort.

Ausstellung von Silvia Braun "Zwischen Absicht und Zufall"
Vernissage: Freitag, 5. Juli 2013, 19 Uhr
Ausstellung: ab 6.Juli bis 4.Oktober 2013, montags - freitags zwischen 9 und 18 Uhr
Ort: CAS Software AG, CAS-Weg 1 - 5, 76131 Karlsruhe (Haltestelle Hirtenweg/Technologiepark)


Weitere Informationen zur Künstlerin unter:
www.silviabraun-eigenart.de



Atelierausstellung 2013

Schwarzwälder Bote 15.4.2013

Ausstellung Cafe Pause Freudenstadt

Südwest Presse vom 1.10.2011
Text und Bild: Monika Schwarz

 

Eröffnung der Ausstellung Asche, Kreide, Kohle, Ruß

Bei der Vernissage in der Alpirsbacher Galerie waren auch die Künstlerinnen Silvia Braun, Gloria Keller, Anne-Bärbel Ottenschläger und Ingrid Ott (vorne, von links) anwesend. Foto: Miller Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Ruth Miller Alpirsbach. Zur Eröffnung der Ausstellung "Asche, Kreide, Kohle, Ruß" in der Alpirsbacher Galerie hieß Anja Schneider von der Alpirsbacher Brauwelt zahlreiche interessierte Besucher willkommen.Zu der Vernissage in den Räumen des ehemaligen Gasthauses Lamm war auch Ilse Glauner gekommen, Seniorchefin der Firma Alpirsbacher Klosterbräu, die seit vielen Jahren die Räume für Kunstausstellungen zur Verfügung stellt. 80 Bilder und eine Skulptur sind in der Alpirsbacher Galerie bis zum 1. Juli zu sehen. Sascha Falk, Direktor der Volkshochschule Freudenstadt, ging in seiner Ansprache zunächst auf die verwendeten Stoffe ein, die einen Hinweis auf die Ursprünge künstlerischer Darstellung durch den Homo sapiens geben.

Asche, Kohle und Ruß, mit negativen Attributen besetzt und eigentlich Abfallprodukte, erhalten in den Werken der vier Künstlerinnen Silvia Braun, Gloria Keller, Ingrid Ott und Anne-Bärbel Ottenschläger eine ganz neue Wertigkeit. Faszinierend ist die Bandbreite der Farbnuancen und der Strukturen in den Bildern. Nachdem die vier Künstlerinnen einen kurzen Abriss über ihre Person und ihr Schaffen gegeben hatten, ergriff der Ehemann der Mitwirkenden Silvia Braun das Wort und stellte als Überraschungsgast den Kaminfeger Jens vor, der von seiner Arbeit mit Asche, Kreide, Kohle und Ruß berichtete und sein Erstaunen, was hieraus zu erschaffen ist, ausdrückte. Bei Jens handelt es sich um keinen Geringeren als Jens Gaiser aus Baiersbronn, den Silbermedaillengewinner in der nordischen Kombination bei den olympischen Winterspielen 2006 in Turin, einen früheren Schüler des Lehrerehepaars Braun. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Janosch Ottenschläger, der auf dem Marimbaphon eigene Kompositionen vortrug.

 

Einführung zur Ausstellung „Asche, Kreide, Kohle, Ruß“

Einführung zur Vernissage der Ausstellung „Asche, Kreide, Kohle, Ruß“ am 17.06.11 in der Alpirsbacher Galerie

Dr. Sascha Falk, Direktor der Kreisvolkshochschule Freudenstadt

Sehr geehrte Ausstellungsgäste, meine Damen und Herren,

sofern Sie bereits einen Rundgang durch die Ausstellung gemacht haben, wird es dem einen oder der anderen wahrscheinlich so ergangen sein wie mir gestern, als ich in der Alpirsbacher Galerie die gerade gehängten Arbeiten von Silvia Braun, Anne-Bärbel Ottenschläger, Gloria Keller und Ingrid Ott betrachten durfte.
Bei Betreten der Galerie hatte ich unmittelbar den Eindruck, dass die Kunstwerke mit den Ausstellungsräumlichkeiten außergewöhnlich gut zusammen funktionieren, ja harmonieren.So ein – meiner Meinung nach – stimmiges ästhetisches Gesamtbild ist nicht selbstverständlich und angesichts des Ausstellungstitels „Asche, Kreide, Kohle, Ruß“ zunächst vielleicht auch gar nicht zu erwarten.
Der Ausstellungstitel verweist auf die Materialien, mit denen sich die vier Künstlerinnen gemeinsam, in einem regelmäßigen künstlerisch-kreativen Austausch über Monate intensiv und konsequent auseinandersetzten mit dem Ziel, ausschließlich diese Materialien als gestalterische Bildmittel zu verwenden.
Abgesehen von Kreide handelt es sich bei Asche, Kohle und Ruß um Abfallprodukte, die in erster Linie mit Staub, Schmutz und im metaphorischen, also übertragenen Sinne auch mit Vergänglichkeit, Dunkelheit und schließlich mit dem Tod assoziiert werden.
Die über 80 Bilder widerlegen diese Negativprädikate auf erstaunliche und beeindruckende Weise, wie ich finde.
Mit der ganz bewusst getroffenen Entscheidung, sich für ihr gemeinsames künstlerisches Projekt vom Einsatz konventioneller Farben zu verabschieden und statt dessen Asche, Kreide, Kohle und Ruß zu verwenden, kehren die vier Künstlerinnen aus kunsthistorischer Perspektive im Grunde zu den Ursprüngen der Kunst zurück, als diese Materialien die Rohstoffe für das bildnerische Gestalten waren.
Denken Sie beispielsweise an die 20.000 Jahre alten Höhlenmalereien der Steinzeit – Lascaux in Frankreich wäre hier z. B. zu nennen.
Dennoch, so archaisch manche Bilder in ihrer reduzierten Zeichen- und Chiffrenhaftigkeit auf den ersten Blick wirken, für die vier Künstlerinnen geht es um weit mehr als um einen oberflächlichen Kreativhinweis auf die Anfänge der Kunst.
Mir scheint, dass alle vier ganz direkt an die sinnliche Präsenz der verschiedenen Materialien heran möchten und deren tiefe sinnliche Qualität zum Ausdruck bringen wollen.
Und das künstlerische Ringen mit diesen Materialien um deren richtige Zusammensetzung, um die richtige Form und um die stimmige Komposition im Bild, das spiegeln die Arbeiten eindrücklich wieder.Denn Asche, Kohle und Ruß lassen sich nicht bequem und vielfältig bunt aus der Farbtube quetschen.
Und schnelle, gefällige Ergebnisse auf der Grundlage plakativer, kontrastierender oder gar schreiender Farbakzente lassen sich mit diesen Malmitteln ebenfalls nicht erzielen.
Die Künstlerinnen können mit Alchemistinnen verglichen werden, die den materiellen Stoffen ihr Geheimnis entlocken wollen. Sie experimentieren, suchen, rühren ihr Malelixier selbst an und geben sich nicht voreilig mit einem schnellen Ergebnis zufrieden. Stattdessen öffnen uns ihre Arbeiten den Blick für den Facetten- und Nuancenreichtum der farblich so beschränkt scheinenden Asche, Kreide, Kohle und Ruß. 
Davon zeugen auch die verschiedenen Materialproben in den Einmachgläsern.
Denn Asche ist nicht gleich grau; Kohle und Ruß ist nicht gleich schwarz.
Diese Materialien haben durchaus verschiedene Farbklänge. Sie sind bloß nicht bunt.
Und deshalb leben die Bilder von den leisen Zwischentönen von den zarten Übergängen von Weiß zu Grau und von Grau über Braun zu Schwarz bei gleichzeitiger Transparenz unzähliger Materialschichtungen, die dem Bild Tiefe verleihen.
Nur vereinzelt werden auf der Bildoberfläche kontrastierende Akzente zum Beispiel mit der tiefen Schwärze von Kohlestaub gesetzt.
Absolut faszinierend ist das  besondere Phänomen grüner Asche, die manchen Bildern eine ganz besondere farbige Aura verleiht.
Da es sich bei den Werken um keine Malerei im konventionellen Sinne handelt, sondern um Materialbilder, erhalten die Arbeiten neben der optischen auch eine haptische Qualität.
Denn das Bild wird von seiner zweidimensionalen Beschränktheit befreit und gewinnt durch eine reliefartige Oberflächenstruktur eine dreidimensionale Komponente.Durch das vielfache Übereinanderschichten der verschiedenen Materialien, die wiederum stellenweise abgekratzt werden, und durch das Zusammenspiel mit der besonderen Stofflichkeit der Materialträger wie Holz, Pappe oder Büttenpapier entstehen fremdartige aber reizvolle Miniaturlandschaften aus Farbflächen, Materialerhebungen und -absenkungen, Gruben, Gräben und Kanäle.
Zum Teil gewinnt man den Eindruck die Bilder würden pflanzliche Fossilien in sich bergen.
Die vier Künstlerinnen verbindet sicherlich die gemeinsame Faszination für das Stoffliche und die Experimentierfreude sowie die kreative Lust, die Stoffe künstlerisch zu erkunden.
Gleichzeitig besitzt jede von ihnen natürlich eine eigene Handschrift, und vor allem fühlte sich jede von der gemeinsamen künstlerischen Aufgabe ganz individuell herausgefordert.
So fiel es Silvia Braun ganz besonders schwer, sich konsequent von der Farbe zu verabschieden. Sie suchte deshalb immer wieder nach Möglichkeiten, Farbakzente in ihren Bildern zu platzieren. Und sie war damit nicht allein. Allerdings scheint mir das zeichnerische Moment in ihren Arbeiten am stärksten zum Tragen zu kommen.
Ingrid Ott ist eine Materialfinderin und -erkunderin. Unter anderem verwendet sie als Bild- bzw. Materialträger alte Hölzer von Baustellen, deren Oberflächenstruktur wesentlichen Einfluss auf die gesamte Bildwirkung haben. Nicht selten ist in ihren Arbeiten der Materialauftrag sehr pastos und damit plastisch.
Anne-Bärbel Ottenschläger geht es neben der Bewältigung des Materials vor allem auch um Formgebung. In ihren Arbeiten erscheinen geometrische Figuren wie Ellipsen und Kreise. Zum Teil lässt sie dem Eigenleben des Materials seinen Freiraum, lässt es fließen und kalkuliert geschickt mit dem Zufall.Gloria Keller ist eine Sammlerin und kann deshalb auf einen großen Fundus an Materialien und Bildträgern zugreifen. Sehr spannend ist der Einsatz von Salz auf ihren Arbeiten, das auskristallisiert und der Bildoberfläche einen ganz besonderen plastischen Reiz verleiht. 
In der Presse war zu Recht von vielfältiger Einheit und einheitlicher Vielfalt die Rede.
Ich möchte die Charakterisierung des Wesens der Künstlerinnengruppe vierhochvier noch etwas zuspitzen und festhalten:

Einheit durch Vielfalt

Vielen Dank.